Rational-Emotative Therapie

Irrationale Bewertungen
Unter irrationalen Bewertungen verstehen wir nach Ellis Bewertungen von Situationen,
Menschen und Ereignissen, die auf Grund vorgeprägter Muster vorgenommen werden.
Vgl. Dieter Schwarz: Gefühle erkennen und positiv beeinflussen.
Mvg-Verlag ISBN 3-478-02010-7)

Ellis nennt 10 irrationale Ideen:

1.Ich muß von jedermann - zumindest von jeder Person, die mir etwas bedeutet - nahezu immer geliebt, geschätzt oder anerkannt werden; wenn dies nicht der Fall ist, so wäre das schrecklich.

2. Ich bin ein Mensch ohne Wert, wenn ich mich nicht in allem - oder zumindest auf einem wichtigen Gebiet - überaus kompetent, tüchtig, und erfolgreich erweise

3.Wenn andere Menschen unfair oder schlecht handeln, muß man sie streng zurechtweisen und bestrafen, denn sie sind böse und verdorbene Menschen

4. Es ist schrecklich und eine Katastrophe, wenn die Dinge nicht so sind, wie ich es gerne hätte.

5. Emotionale Probleme haben äußere Ursachen und ich habe wenig Möglichkeiten, meine Gefühle zu verändern oder zu kontrollieren.

6. Ich muß mir große Sorgen machen oder mich sehr ängstigen, angesichts von Ereignissen, die möglicherweise gefährlich sein können.

7. Es ist leichter, Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, als sich ihnen zu stellen. Ich muß mich immer wohlfühlen und darf keinerlei Schmerz ertragen müssen.

8. Man braucht unbedingt jemanden, der stärker ist als man selbst, und auf den man sich stützen kann.

9. Meine Vergangenheit ist die Ursache für meine gegenwärtigen Probleme, weil etwas, das sich früher einmal stark auf mein Leben auswirkte, dies auch weiterhin tun muß.

10. Die Welt muß fair und gerecht sein.



Wo bewerten Sie irrational?
Finden Sie für sich zu jeder dieser Ideen einen Gedanken, der Sie
privat/beruflich berührt.

Beliefs(Bewertungen)

Zwischen einem Ereignis und unserer Reaktion auf dieses Ereignis steht ein Bearbeitungsvorgang, der uns jedoch selten bewußt ist.
Je nach dem Ergebnis dieser Beurteilung kann dieselbe Situation völlig verschiedene Reaktionen auslösen.
(Kommunikationsprobleme)

Die rational-emotive Theorie (RET) hat diese Beobachtungen im sogenannten ABC-Modell zusammengefaßt.
(siehe ABC-Modell)

Wir interessieren uns in der Folge für allem für die Beliefs, A und C sind in diesem Modell einigermaßen klar.

Beliefs sind Überzeugungssysteme, die sich zumeist in der Kindheit, also in einer sehr prägungsbereiten Entwicklungsphase, gebildet haben.
Da in dieser Zeit das kritische Denken nicht sehr ausgebildet ist, werden diese Überzeugungen ohne weitere Kontrollen in das persönliche Handlungsrepertoire übernommen. Sie bleiben auf Abruf im sogenannten Kindheits-ICH gespeichert!
Beliefs umfassen Denkgewohnheiten, die sogenannten Vorurteile, Meinungen etc. Zumeist sind sie mit starken emotionalen Kindheitserinnerungen verknüpft. Sind diese in der Kindheit erarbeiteten Bewertungen nicht der Realität entsprechend, so resultiert daraus oft irrationales, das heißt für den Betreffenden unrichtiges und schädliches Verhalten. Diese nennt man daher irrationale Bewertungen.
An der Wurzel von irrationalen Bewertungen finden man oft die Gefühle von Hilflosigkeit und Wertlosigkeit. Kennzeichen für Fehlhaltungen dieser Art sind Verallgemeinerungen (Generalisierungen) und Übertreibungen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen können!
Denken ist, was viele Leute zu tun glauben, wenn sie ihre Vorurteile ordnen. (William James)

Beispiele:
Wenn mich mein Partner verläßt, bin ich hilflos.
In meiner Situation kann mir niemand mehr helfen, es ist hoffnungslos.
Wenn ich Fehler mache, bin ich ein schlechter und wertloser Mensch.- Ich darf auf keinen Fall Fehler machen.

1 Muß-Denken (Mußturbieren)
=Übersteigern von Vorlieben und Wünschen in absolute Forderungen und Bedürfnisse.(ich muß unbedingt.., die anderen müssen unbedingt...) Ich muß unter allen Umständen,... sonst..)
Der Unterschied wird deutlich, wenn man statt dessen sagt:
Ich möchte gerne....

2.globale negative Selbstbewertung und Selbsterniedrigung
(ich tauge nichts, ich bin wertlos) vergleiche ICH bin nicht OK! Folgen sind Selbsthaß und Depression

3.globale negative Fremdbewertung
Die Selbstachtung eines Menschen zu untergraben, ist eine Sünde. (Antoine de Saint-Exup‚ry)
Wenn wir schon die meisten unserer Mitmenschen nicht nach unseren Überzeugungen umformen können, so sollten wir doch wenigstens selbst voll danach leben. (H. -A. Bauer),
("Du bist ein Versager") mit der Folge der Feindseligkeit. DU bist nicht OK!
richtig: Du bist anders, als ich Dich haben will.

4.Niedrige Frustrationstoleranz
=die Wahrnehmung fehlender Bewältigungsmöglichkeiten angesichts von Schwierigkeiten. ("Ich kann es nicht ertragen, ich kann es nicht aushalten")
Wer nichts zu tun hat, dem macht das Nichts zu schaffen. (Julius Langbehn)
Folgen sind Ängste, Zwänge, Depressionen
richtige Ansicht: Es ist schlimm, aber ich kann es aushalten!

5.Katastrophendenken
=eine Verzerrung der Bedeutsamkeit oder des Ausmaßes negativer Ereignisse (es ist absolut schrecklich, es ist ganz schlimm")
Konsequenzen sind Angst vor Unbehagen, Vermeidungsverhalten, Phobien
Das größte Insekt ist der Elefant, der aus einer Mücke gemacht wird. (Fritz Eckardt)

Ein Beispiel:
A(ction): Jemand tritt mit einem Wunsch an Dich heran, den Du eigentlich nicht erfüllen willst.
Belief: Wenn ich es nicht allen Menschen, die ich mag, recht machen kann, bin ich nicht liebenswert.(wertlos, ungeliebt etc.) C(onsequences): bring Deine wahre Meinung nicht ein, sage das, was der Andere hören will.. Tuï nur das, was deiner Umwelt auch gefällt etc.
- Jemand mit diesem Belief wird die Wünsche anderer erfüllen, auch wenn es ihm nicht recht ist.
Was passiert nun mit jemandem, der versucht, allen Ansprüchen gerecht zu werden?
Richtig! S t r e ß ! ! !
Hier lösen nicht die Anforderungen Belastung aus, sondern die Bewertung:
Ich muß es allen recht machen!



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