Die Landkarte ist nicht das Land
Würden Sie die Speisekarte statt dem Essen verspeisen?"

Viele Männer kennen in ihrem Leben als erste Frau die Mutter, und evtl die Schwester. Und für den Rest des Lebens beurteilen sie alle Frauen nach dieser Landkarte.

Picasso wurde im Zug von einem Mann auf Realität in seinen Bildern angesprochen, sie seien einfach zu abstrakt.
Der Mann nahm ein Bild seiner Frau aus der Brieftasche und zeigte es Picasso.
"Das ist realistisch!" - Sagte er.
Der Maler sah es an und meinte: "Ist sie nicht sehr klein und sehr flach?"

Dass wir von frühester Kindheit an durch unsere Umgebung, und hier in erster Linie durch unsere Eltern, geprägt werden, ist wohl inzwischen bekannt.

Das menschliche Junge ist jahrelang vollkommen abhängig von der physischen und emotionalen Zuwendung seiner Umwelt.
Es ist völlig wehrlos und seinem Umfeld auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Durch Versuch und Irrtum findet der kleine Mensch heraus, ob er durch Aggression, durch Hilflosigkeit und Weinen, Unterordnung oder Sich-Unsichtbar-Machen das Maximum für sich herausholen kann.
Egal wie liebevoll, "normal" oder zerrüttet aber das Elternhaus ist - das, was dort stattfindet, setzt sich im kindlichen Unterbewußtsein als LIEBE fest.

Und das ist das Ur-Programm
Ist der Vater nie greifbar, so ist dies für das Kind die männliche Art, Liebe auszudrücken.
Hört das Kind immer wieder, wie dumm und überflüssig es doch ist, verinnerlicht es dieses Urteil zuletzt (in dem verzweifelten Versuch, dem Elternteil wenigstens auf diese Weise zu gefallen und so vielleicht doch seine Anerkennung zu erringen).
Schlägt die Mutter öfter zu, wird das als Pausvorlage für die "richtige" Mutter-Kind-Beziehung erlebt. Diese Musterwirkung ist unabhängig vom Leid, die das Kind durch das Erlebte erfahren mag!

Ist das Kind erwachsen und blickt zurück auf all das, was in der Kindheit subjektiv schiefgelaufen ist, beschwört es, nie, NIEMALS so zu werden wie seine Eltern.
Nur - leider, leider - macht ihm das böse Schicksal einen Strich durch die Rechnung:

Die junge Frau verliebt sich vorzugsweise in Männer, die weit weg wohnen, ständig geschäftlich unterwegs oder verheiratet sind - das Szenario wechselt, die Aussage bleibt gleich:
Damit ich glauben kann, daß ein Mann mich liebt, muß er unerreichbar sein.

Oder: Der tüchtige, einfühlsame Freiberufler hat vorwiegend Klienten, die seine Dienstleistungen begeistert in Anspruch nehmen, dann aber nicht zahlen, unter Verweis auf seine Unfähigkeit: Dem einstigen elterlichen Auftrag ist Genüge getan.

Oder: Dem einst geschlagenen Kind rutscht heute, da es selbst Kinder hat, trotz besseren Wissens und späterer bitterer Selbstvorwürfe ebenfalls die Hand aus - es folgt dem inneren Programm und weiß sich nicht anders zu helfen.

Auch das, was wir zwischen unseren Eltern beobachtet haben, und sei es noch so unbewußt verlaufen, hat sich tief eingegraben:
Als DIE RICHTIGE Form, wie Mann und Frau miteinander umzugehen haben.
Nochmal: es ist völlig irrelevant, ob wir das später intellektuell als falsch erkennen!
Wenn bei uns zu Hause gekeift, gestritten, manipuliert, nicht geschmust, weggeschaut, geschlagen, niedergemacht, getrunken, davongelaufen, geschwiegen, vertuscht, schöngemacht etc. etc. wurde, werden wir das später getreulich und in immer neuen Beziehungen immer gleich nachvollziehen, denn das Kind in uns will die eine, die WAHRE LIEBE, die es als Vorlage mitbekommen hat, wiederaufleben lassen, und das, was der erwachsene Teil als richtig erkennt, wird vom Kind
sabotiert, weil es sich falsch anspürt.

Aber: Man kann aktiv etwas tun!
Ein erster Schritt könnte sein, sich bewußtzumachen, welche Dinge und Situationen sich auffällig in deinem Leben häufen (ständig Geldsorgen? Klagen am Hals? Partnerschaften halten nicht? Selbstbewußtsein, Lebensfreude im Keller? ...).
Dann kannst du nachschauen, ob das Symptom in der einen oder anderen Form auch in deiner Ursprungsfamilie auftaucht: Wenn du die Wurzel siehst, ist es oft leichter, das Symptom bei dem Menschen zu lassen, dem es gehört, und es nicht als dein eigenes zu übernehmen.

Eine der einfachsten und besten Methoden dazu ist die Familienaufstellung nach Bert Hellinger.

Mehr darüber bei Wikipedia.







Dank am Morgen des Lebens

Liebe Mutter,
ich nehme es auch von dir,
alles, das Ganze,
mit allem Drum und Dran,
und zum vollen Preis, den es dich gekostet hat
und den es mich kostet.

Ich mache etwas daraus, dir zur Freude.
Es soll nicht umsonst gewesen sein.

Ich halte es fest und in Ehren,
und wenn ich darf, gebe ich es weiter, so wie du.

Ich nehme dich als meine Mutter,
und du darfst mich haben als dein Kind.

Du bist für mich die Richtige,
und ich bin dein richtiges Kind.

Du bist die Große, ich der (die) Kleine.
Du gibst, ich nehme – liebe Mutter.

Ich freue mich, dass du den Vater genommen hast.
Ihr beiden seid die Richtigen für mich.
Nur ihr!

Wem dieser Vollzug gelingt
der ist mit sich selbst im Reinen,
und er weiß sich richtig und ganz.




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mentaler Schutzschirm
wie innen, - so aussen